Im Garten 2020

Durch die Corona Pandemie sind leider in 2020 alle unsere Urlaubspläne durchkreuzt worden.

Wenn man schon nicht weg kommt, kann man wenigstens das neue Tarnzelt ausprobieren…

 

Um eine möglichst flache Perspektive auf das Geschehen zu bekommen, haben wir das Zelt in einer Senke unserer „Schafswiese“ aufgestellt.

In der Wiese haben wir eine kleine grüne Wanne als Badestelle eingegraben und mit Steinen und etwas Kies dekoriert. Zusätzlich wurde ein Sandbad angelegt und einige Sitzwarten aufgestellt.

Die erste große Überraschung: Unsere Schafe hielten über Wochen einen respektvollen Abstand vor diesem „Ding“. (Unsere „Wollmöwen“ sind Gewohnheitstiere und brauchten sehr lange, bis sie ihr Misstrauen ablegen konnten.)

Ganz anders die Vögel: Es war sehr erstaunlich, wie schnell die Vögel die Badestelle annahmen. Nach nur 2 Tagen hatte das leere Zelt so viel Vertrauen gewonnen, das wir starten konnten. Die Sitzstangen wurden als Sing- und Jagtwarte genutzt und auch der nahe Zaun der Wiese entpuppte sich bald als lohnendes Ziel für die Objektive. Ja, richtig gelesen, Objektive! Es wurde uns sehr schnell klar, das es sinnvoll ist, mit zwei unterschiedlichen Optiken in unterschiedliche Richtungen zu peilen, um nicht andauernd die Blickrichtung des Objektives neu justieren zu müssen.

Zum Glück ist das Tarnzelt groß genug für 2 Stative und 2 Optiken, einen „Sitz“ und den notwendigen Kleinkram. Abhängig von Wetterlage und Sonnenstand konnte es im Zelt recht kalt bis „richtig muckelig“ sein.

Bereits an einem der ersten Ansitztage gab es ein Highlight:

Ein Buntspecht kam auf die Schafswiese und flog zielstrebig zu einem alten Maulwurfshügel keine 8 Meter vom Tarnzelt entfernt.

Nach einiger Arbeit in der trockenen und recht harten Erde stürzten sich verzeifelt einige Ameisen auf den Angreifer, der ohne Skrupel ihre Kinderstube auffraß.

Der Specht ließ sich weder vom Auslösegeräusch der Kamera, noch vom Fluchen des Fotografen ablenken. Dieser versuchte verzweifelt, zwischen den Grashalmen hindurch die bildwichtigen Teile des Vogels scharf zu bekommen. Die Plünderung des Ameisennestes dauerte etwa 15 Minuten.

 

 

Bis zu neun Ameisen konnte ich gleichzeitig auf dem Vogel zählen, dazu einige weitere, die versuchten von den Halmen aus einzugreifen.

 

 

Hier wirkt der Specht schon ein wenig gesättigt, die Ameisen verzweifelt…

 

Auch wenn das Licht diffus war, so hat die Kombination aus flacher Perspektive, intimer Nähe und dem unvermeidlichen Drama in mir doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Das Geschehen war ein echter Zufall und dazu kam das Glück, dass die Aktion genau in der richtigen Entfernung entstand.

Technik: Festbrennweite (500mm) an KB-Halbformatkamera, Stativ mit Tele-Neigekopf

 

 

Fortsetzung folgt..

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