Farbrauschen

 

September/Oktober 2015 Eine Reise in die Region Tromsö.

Der Anlass war unser Wunsch Nordlicht zu sehen und zu fotografieren.

Schon auf der Hinfahrt wurden wir geblendet von den Herbstfarben der nordischen Natur -> Farbrauschen

In Tromsö angekommen bezogen wir Quartier in einer schönen Campinghütte auf dem Campingplatz und durchstreiften für etwa eine Woche die Gegend, u.a. um schöne Plätze für die Nordlichtfotografie zu erkunden.

Zum Glück hatten wir Unterstützung durch Hinrich Bäsemann. Ein profunder Kenner der Gegend und Experte in Sachen Nordlichtern. Wir waren sehr angetan von den Möglichkeiten der Gegend. Mit einer solchen Vielfalt hatten wir nicht gerechnet. Diese Region ist definitiv eine Reise wert. Ein erster Höhepunkt war eine kurze Reise mit dem Traditionsschiff der Hurtigroute M/S Lofoten unter Nordlicht. Die See war spiegelglatt und so entstanden meine ersten Nordlichtfotos an Bord eines fahrenden Schiffes in der Kulisse der Vororte von Tromsö.

Am dritten Abend dann die Chance: gutes Wetter und eine starke Sonnenaktivität.

Wir machten uns auf, zu einem Bergsee in lichtloser Umgebung westlich von Tromsö. Hier war es stockdunkel und ich hatte zunächst erhebliche Schwierigkeiten die Kamera scharf zu stellen.

Zum Glück erhellte bald der Mond die Berge und es gelang mir das Objektiv über die LiveView Funktion der Kamera zu justieren. Alsbald erschien ein kräftiger Nordlichtbogen und die kalte Luft  war vergessen.  Der See lag ruhig und der grüne Spiegel makellos.Sogar rote Töne konnten wir später auf den Bildern entdecken. Stärke und Position der Nordlichter änderte sich schnell und wir konnten uns kaum entscheiden zwischen fotografischem Ehrgeiz und schierem Staunen.  Gegen 22:00 Uhr zog Bewölkung auf und wir fuhren zur Unterkunft. Nachdem die Bilder gesichtet und gesichert waren noch ein kurzer Blick aus dem Fenster vor dem Zubettgehen.

OJE, der Himmel klar und hell erleuchtet…..Und nochmals raus und frierend in der Nacht den grünen Bändern nachjagen, die über den Himmel flattern.

 

Es folgten einige Tage mit schlechterem Wetter. An unserem letzten Tag zog es uns noch einmal auf die Inseln nordwestlich von Tromsö. Neben grandioser Natur erwartete uns ein großer Glücksfall: In einem kleinen Fjord hatten wir Schweinswale entdeckt und beobachteten, wie die kleine Gruppe den Fjord auf der Suche nach Nahrung durchstreifte. Mehr zufällig schauten wir, ob weitere Schweinswale zu entdecken seien.

Plötzlich entdeckten wir in der Mitte des Fjordes einen deutlich größeren Blas…

Die kleine Straße führte uns um den Fjord herum und zu einem kleinen Sandstrand nah am Ausgang des Fjordes. Der Wal war noch im Fjord und kam langsam näher. Wir hofften das er vielleicht auf dem Weg aus dem Fjord heraus an uns vorbeischwimmen könnte. Dann tauchte er etwa 200m entfernt nah am Ufer auf …. und wieder ab.

Und plötzlich – nur etwa 50m entfernt – tauchte er unvermittelt kurz auf, um dann aus dem Fjord herauszuschwimmen. Alle Sachkundigen in der Gegend interessierten sich für unsere Beobachtung und wir erfuhren, dass die Wale normalerweise erst im November die Fjorde besuchen, um Heringe und andere Fische zu erbeuten, die im Winter hier laichen. Wir haben also zufällig eine der ersten Walbeobachtungen der Saison 2015/2016 gemacht.

Der Heimweg war zunächst geprägt von Dauerregen, Sturm und Überschwemmungen. Die Reiseplanung wurde also wetterbedingt verändert.

Erst südlich von Trondheim war die Wetterlage wieder besser, so das wir noch einige Tage im Dovrefjell verbrachten. Es gibt sicher bessere und spektakulärere Bilder von Moschusochsen, aber die Herbstfarben haben uns auch hier begeistert.

 

Und zum Abschied gab es für uns völlig überraschend auch am Dovrefjell noch einmal die Möglichkeit, eine ware Nordlichtexplosion zu erleben, die scheinbar aus der Milchstraße hervorschoss. Und das alles bei extrem scharfen Wind der die Bäume verwischte. Und wenn man das Stativ sowieso festhalten muss, kann man auch noch ein wenig am Zoomring des Objektives drehen, um den Farbrausch zu vollenden.